Knochen: Er bildet sich gemäß Aufgabe

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Viele Menschen meinen, das Arbeitsfeld des Zahnarztes beschränke sich auf Zähne, Kiefer und Mundschleimhaut. Das sei genaugenommen überholt, meinte Kieferorthopädin Prof. Dr. Heike Korbmacher-Steiner von der Universität Gießen in einem wissenschaftlichen Beitrag für ein Fachjournal: Indirekt stehe diese Region in Wechselwirkungen mit der Atmung, der Wirbelsäule, der Muskulatur. Das mache deutlich, dass Störungen im Mundwachstum Auswirkungen auf den ganzen Körper haben. Knochen bildet sich, auch im Kieferbereich, entsprechend seiner Aufgabe und seiner Belastung. Findet keine Belastung statt, verkümmert das Knochenwachstum – ist die Belastung unnatürlich, wächst der Knochen nicht so wie er soll. Gab es in der Zeit des Kieferknochenwachstums in deutlichem Ausmaß ungesunde Angewohnheiten wie beispielsweise Daumenlutschen, erhält der Knochen die Information, sich entsprechend zu formen. Ist eine Kieferfehlstellung entstanden, können sich deren Folgen auf den ganzen Körper auswirken. Im Mundbereich auftretende Funktionsstörungen setzen sich durch die Interaktion mit Atmung, Muskulatur und Wirbelsäule in andere Bereiche des Körpers fort. Derartige Funktionsstörungen sollten daher in der Entstehung verhindert bzw. so früh wie möglich behandelt werden, um solche Folge-Schäden zu verhindern.
 

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